Die Gruppe arbeitet daran, bestimmte biologische Faktoren von Tumoren – so genannte Biomarker – zu identifizieren, mit deren Hilfe sich die Wirksamkeit der Strahlentherapie bei Patienten vorhersagen und individuell anpassen lässt. Ein Beispiel hierfür sind DNA-Doppelstrangbrüche, die während einer Strahlentherapie entstehen – denn Strahlung schädigt gezielt die Erbsubstanz von Krebszellen. Je mehr Doppelstrangbrüchen auftreten, desto geringer ist die Überlebenswahrscheinlichkeit der Zelle. Besonders aussagekräftig ist hierbei nicht die Zahl der Brüche unmittelbar nach der Bestrahlung, sondern nach einer gewissen Erholungszeit der Zelle, in der diese einen Teil der Schäden reparieren kann. Doppelstrangbrüche (DSB), die auch nach dieser Regenerationszeit noch vorhanden sind, werden als residuale DSB bezeichnet. Sie sind ein wichtiger Biomarker dafür, wie gut die Strahlentherapie bei jedem einzelnen Patienten wirkt und können Hinweise darauf geben, ob eine veränderte Behandlung nötig ist.

Erforschung von Kombinationstherapien

Krebs wird zumeist durch eine Kombination unterschiedlicher Behandlungsformen – Operation, medikamentöse Therapie, Bestrahlung – behandelt. Die Gruppe erforscht die Wirkung neuer Substanzen und zugelassener Medikamente in Kombination mit einer Strahlentherapie. Zugleich untersuchen die Wissenschaftler die optimale Reihenfolge der Behandlungsformen: z.B. ob eine medikamentöse und eine Strahlentherapie gleichzeitig oder nacheinander erfolgen sollen.

Klinische Studien

Gemeinsam mit Ärzten der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie untersuchen die Wissenschaftler die Wirksamkeit der Protonentherapie im Vergleich mit der klassischen Strahlentherapie mit Photonen. Ein besonderer Vorteil der Protonentherapie besteht in der günstigen Dosisverteilung: Die Protonen durchdringen anders als Photonen (ultraharte Röntgenstrahlung) nicht den gesamten Körper, sondern lassen sich im Tumor abstoppen und geben dort den Großteil ihrer Energie ab. Dadurch wird das gesunde Gewebe in der Regel mit einer geringeren Strahlendosis belastet als bei der Photonentherapie. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob die günstige Dosisverteilung auch mit weniger Nebenwirkungen für den Patienten verbunden ist. Anhand besonders widerstandsfähiger Tumoren untersuchen sie zudem, ob höhere Strahlendosen zu besseren Heilungsraten führen.

Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK)

Innerhalb der Gruppe sind schwerpunktmäßig wichtige Forschungsvorhaben des Standorts Dresden im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) angesiedelt.